Geschichte

Die Lehrweise Medau entstand in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Der Pädagoge Hinrich Medau (1891-1974) erfuhr Bewegung und Musik in seinem Unterricht als belebende und lernfördernde Elemente. Auf seinem Ausbildungsweg lernte er zunächst die Dalcroze-Rhythmik kennen. Dann fand er in der Gymnastikausbildung von Dr. Rudolf Bode, was er suchte: Organisch fliessende Bewegung, die den ganzen Körper erfasst, Schwingung und Federung in rhythmischem Wechsel von Spannung und Lösung.

 

Zusammen mit seiner Frau Senta entwickelte er die Lehrweise Medau. 1929 wurde eine eigene Ausbildungsschule in Berlin gegründet und 1954 nach Coburg verlegt. Handgeräte wie Ball, Keule, Reifen und Seil wurden als methodische Mittel eingesetzt. Improvisierte Bewegungsbegleitung am Klavier half, die Bewegung rhythmisch und dynamisch zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Atemarzt Dr. med. Ludwig Schmitt entstanden die Übungsformen der Organgymnastik, welche den Atem gezielt als formende Kraft einbeziehen.

 

1974 gründeten Ursula Beck und Irene Wenger ein Ausbildungsseminar in Bern. Ihre Zusammenarbeit geht auf die gemeinsame Ausbildungszeit und Lehrtätigkeit an der Medauschule in Coburg zurück. Seit über 30 Jahren unterrichten und vertiefen sie die Organisch-Rhythmische Bewegungsbildung - ORB Medau in der Schweiz. Intensive Zusammenarbeit u.a. mit dem Atemarzt Dr. med. Volkmar Glaser (Begründer der Psychotonik) und die Auseinandersetzung mit der Arbeit des Phänomene-Forschers Hugo Kükelhaus führten zu einer entscheidenden Weiterentwicklung und Differenzierung ihrer Arbeitsweise.

 

Leitgedanke der ORB Medau ist, durch Heilkraft in Atem, Bewegung und Musik das Gesunde im Menschen zu entwickeln und zu fördern.

 

 

 

Weiterführende Literatur

 

Eutonie, Prof. Dr. med. Volkmar Glaser, Haug Verlag, Heidelberg, 1993 

Die menschliche Bewegung, Dore Jacobs, Kallmeyer Verlag, Wolfenbüttel, 1985 

Atemheilkunst, Dr. med. Johannes Ludwig Schmitt, Humata Verlag, Bern, 1990